...mit der Lizenz zur Menschlichkeit

Das Gesundheitswesen ist ein Kostenfaktor. Die darin arbeiten, sind Menschen. Von ihnen möchte ich erzählen.

Vom 22. bis 29.September 2021 war ich wegen einer schweren Herzoperation in der Göteborger Sahlgrenska Uni-Klinik und im Södra Älvsborg Sjukhus in Borås.

Es ging mir schlecht, hatte Schmerzen, war vollkommen hilflos und schwach. Aber ich war umsorgt und geborgen von Ärzten, Krankenschwestern und Pflegern.

In welch wundervoller Weise diese Menschen mit mir umgegangen sind, dafür kann ich gar nicht genug danken. Sie waren immer freundlich, hilfsbereit, individuell zugewandt, einfühlsam und geduldig. Ständig fragten sie nach, wie es mir gehe und was sie für mich tun könnten – trotz der Sprachbarriere, für die sie eigens ihr altes Schuldeutsch hervorkramten und sich manch lustige Redewechsel ergaben. Man spürte ihnen ab, daß sie keinen bloßen „Job“ erledigen, sondern ihren Beruf als Berufung verstehen. Auch im Blick auf die unvermeidbar verletzliche Intimsphäre eines Patienten waren sie sensibel, feinfühlig, rücksichtsvoll und wahrten meine Würde.

VON HERZEN DANKESCHÖN.

Ich schreibe dies aber nicht nur als subjektiven Eindruck, sondern weil ich öffentlich darauf aufmerksam machen möchte, wie wichtig und unverzichtbar die Tätigkeit der Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger ist und wie sehr die politischen oder kommunalen Verantwortungsträger sich darum bemühen sollten, daß sie zur Erfüllung ihrer Arbeit die bestmöglichen Bedingungen vorfinden. Denn die physischen wie psychischen Kräfte eines jeden Menschen sind begrenzt und dürfen nicht leichtfertig und unnötig überfordert werden.

Wir brauchen solche Ärzte, Krankenschwestern und Pfleger „mit der Lizenz zur Menschlichkeit“.